„Wie Design und doch ganz anders“

Ein Interview mit der UX-/UI-Designerin Paula über die Entwicklung eines Voice Assistenten.

Paula, du hast dich schon viel mit dem Thema beschäftigt. Was genau ist ein Voice Assistent?

Ein Voice Assistent ist eine Software, die es uns ermöglicht mit Computersystemen in natürlicher, menschlicher Sprache zu kommunizieren, um dadurch Informationen abzufragen. Die Ein- und Ausgabe erfolgt über das gesprochene Wort. So soll ein nahezu natürlicher Dialog zwischen Mensch und Maschine entstehen.

Wie funktioniert ein Voice Assistent?

Der Voice Assistent ist mittels eines Speech-To-Text-Converters in der Lage, die eingehende Sprache in Text umzuwandeln. Der umgewandelte Text wird dann von der Software interpretiert und verarbeitet. Die sprachliche Ausgabe der Antwort geschieht dann über die Text-To-Speech-Technologie.

Welche Herausforderungen treten bei der Konzeption eines Voice Assistenten auf?

Unser Ziel ist, dass sich die Mensch-Maschine-Konversation für die Nutzer möglichst natürlich anfühlt. Gleichzeitig müssen komplexe Anforderungen sehr kurz und präzise formuliert werden, um Missverständnisse auszuschließen. Das ist eine riesige Herausforderung in der Konzeption und Entwicklung. Wie kann man Dialoge effizient, gut und flexibel für Nutzer gestalten, ohne sie zu überfordern? Um eine gute User-Experience schaffen zu können, müssen wir also erst einmal verstehen, wie Menschen auf natürliche Weise miteinander kommunizieren, um dann auf diese Grundlagen aufzubauen. Nutzertests sind hier unabdingbar. Nur so können wir feststellen, ob ein Dialog funktioniert und sich für den Menschen richtig anfühlt.

Als UX-/UI-Designerin entwirfst du normalerweise visuelle Interfaces. Was unterscheidet
ein Voice User Interface (VUI) von dem typischen Graphical User Interface (GUI)?

Voice User Interfaces müssen sehr viel offener gestaltet werden als Graphical User Interfaces. Auf einer normalen Webseite können wir die User Journey in der Konzeption genau festlegen, um für die Nutzer ein möglichst gutes Erlebnis zu schaffen. Ein Dialog ist sehr viel flexibler als Text, daher müssen mehr Möglichkeiten abgedeckt werden. So ist es den Usern zum Beispiel möglich, in einer Anfrage von der höchsten Ebene auf die tiefste zu springen, ohne sich lange durch eine Webseite klicken zu müssen. Wenn der User zum Beispiel einen Blumenstrauß bestellen will, startet er normalerweise auf der Startseite, stellt seinen Blumenstrauß zusammen (Größe, Farbe, Blumensorten, etc.), fügt ihn zu seiner Einkaufsliste hinzu, klickt auf den Einkaufswagen und bezahlt. Zu einem Voice Assistenten kann er einfach sagen „Bestell einen großen Strauß mit weißen, gelben und rosa Blumen“ und kommt direkt im nächsten Schritt zum abschließenden Bestellvorgang. Der Weg ist also deutlich kürzer. Das ist viel effizienter für Nutzer, aber gleichzeitig auch schwieriger für Entwickler und Designer zu erfassen.

Welches Potential liegt deiner Meinung nach im Voice User Interface (VUI)?

Ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft immer öfter Voice Assistenten einsetzen werden, da es uns ermöglicht, Abläufe und Interaktionen zu vereinfachen, was die Nutzung sehr viel effizienter macht. Außerdem ist das Sprechen eines der einfachsten und natürlichsten Kommunikationsmittel des Menschen. Somit ist es für mich nur logisch, wenn wir irgendwann Computer hauptsächlich mit unserer Stimme steuern.

Wie war für dich die Arbeit mit einem Voice Assistenten?

Ein Gespräch von vorne bis hinten zu durchdringen, um zu verstehen, wie Konversationen funktionieren, war unglaublich interessant. Als Designerin war die Arbeit für mich außerdem super spannend, da Sprache auch markenkonform sein muss. Formulierungen spielen hier eine riesige Rolle, um beim Nutzer das passende Gefühl auszulösen.

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