Was bedeutet digitale Barrierefreiheit?

BITV, WCAG, BMAS – viele Abkürzungen, ein Ziel: Barrierefreiheit in der digitalen Welt umsetzen. Doch was steckt hinter dem Begriff digitale Barrierefreiheit und was bedeutet sie für die Zukunft von Apps und Webseiten?

Was ist Barrierefreiheit?

Bei dem Thema Barrierefreiheit denken viele Menschen wahrscheinlich erst einmal an Rollstuhlplätze im Nahverkehr, Rampen anstelle von Treppen oder die Übersetzung der Fernsehnachrichten in Gebärdensprache. Der Begriff ist allerdings sehr viel weiter zu verstehen und beschreibt jegliche Gestaltung der Umwelt, welche es Menschen mit Behinderungen ermöglicht am gesellschaftlichen Alltag teilhaben zu können. Lebensbereiche gelten dabei nur dann als barrierefrei, wenn sie in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde menschliche Hilfe genutzt werden können – wobei Hilfsmittel erlaubt sind.

Auszug aus dem Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) §4

Barrierefreiheit richtet sich an die Gesamtheit der Menschen mit Behinderungen und soll, wenn immer möglich, Sonderlösungen vermeiden, indem die Gestaltung unserer Umwelt die Bedürfnisse behinderter Menschen selbstverständlich und von Beginn an einbezieht.

Barrierefreiheit in der digitalen Welt

Nicht nur Verkehrsmittel oder öffentliche Gebäude müssen barrierefrei sein – auch im digitalen Bereich sollten Internetseiten und Apps so gestaltet werden, dass diese für alle Menschen gleichermaßen zugänglich sind. Die Ansprüche an digitale Angebote werden in Deutschland durch die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) 2.0 geregelt, welche auf den internationalen Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1 basiert. Die Verordnung schreibt seit 2021 vor, dass Informationen aller öffentlichen Internetauftritte und -angebote von Bundeseinrichtungen für Menschen mit Behinderungen uneingeschränkt nutzbar sein müssen.

Schaubild: Gesetze in Deutschland referenzieren die EU Norm, welche auf den Web Content Accessibility Guidelines basiert

Achtung: Ab Mitte 2025 wird das Gesetz nicht nur für öffentliche Stellen, sondern auch für viele private Anbieter und Dienstleister gelten. Mehr dazu unter: BMAS - Barrierefreiheitsstärkungsgesetz  

Anforderungen und Prüfung der digitalen Barrierefreiheit

Angefangen bei starken Kontrastverhältnissen zwischen Vorder- und Hintergrund, über die Untertitelung von Videos bis hin zur Bedienung von Webseiten nur mit Tastatur: Jegliche Behinderungen müssen in der Gestaltung und Entwicklung von digitalen Angeboten berücksichtigt werden. Einen ersten Überblick über mögliche Barrieren bietet der BITV Easy-Check. Folgende Punkte lassen sich mit dem Easy-Check relativ schnell und einfach überprüfen:

Auflistung von Kriterien des BITV Easy-Checks

Für eine umfassende Prüfung der Barrierefreiheit muss dann allerdings der offizielle BITV-Test durchgeführt werden. Ein digitales Angebot gilt dann als BITV-konform, wenn alle Anforderungen des BITV-Tests als "erfüllt" bewertet wurden. Um eine Anforderung vollständig zu erfüllen, müssen alle untergeordneten Prüfschritte mit "erfüllt" oder "eher erfüllt" beurteilt wurden. Insgesamt umfasst der BITV-Test 98 Prüfschritte (Stand Mai 2022).

Barrierefreiheit verbessert die User Experience für alle

Die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft setzt eine barrierefreie Gestaltung unserer digitalen Umwelt voraus. Mit Umsetzung der EU-Richtlinie 2019/882 im Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) ist der Weg zu mehr Gleichberechtigung und diskriminierungsfreier Teilhabe von Menschen mit Behinderungen, Einschränkungen sowie älteren Menschen auch in der Privatwirtschaft gelegt. Das Thema digitale Barrierefreiheit wird daher in den nächsten Jahren immer mehr zu einem zentralen Baustein der digitalen Informationswelt, um das die meisten Dienstleister nicht mehr herumkommen. Das bringt wiederum Vorteile für viele weitere Menschen: Durch die Berücksichtigung von Bedürfnissen einer diverseren Zielgruppe, verbessert sich automatisch die User Experience für alle Nutzer:innen.

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